Das war Nutzraum17 2008

Was war Nutzraum 17? Zu allererst eine stimmige Sache. Das Konzept “Galerie Nutzraum” sieht leer stehende Lokale und Lokalitäten, also Nutzraum, als Ausstellungsräume vor, so wie es auch SOHO Ottakring praktiziert. Die Radowan-Halle am Yppenplatz ist eine ehemalige Markthalle, viel hat sich nicht geändert, nur wird sie nicht mehr als Markthalle verwendet, sondern eben für Veranstaltungen aller Art. Es war ein seelenvolle, stimmige Zeit. Hannes Lengauer, der kuratiert und mit Hilfe von nicht weniger idealisitischen MitarbeiterInnen organisiert hat, hat ein Herz wie ein Löwe. Glaube ich, ich kenne ihn erst seit ein paar Tagen. Ich glaub’s aber trotzdem. Im Nachhinein fühlt sich alles sehr leicht an und es war auch leicht. Ich habe natürlich auch leicht reden, schließlich fand alles praktisch vor meiner Haustüre statt und ich hatte nicht einmmal Mühe, meine großen Bilder einzeln und zu Fuß hinüber zu bringen.
Hängen war leicht, der Rhythmus ergab sich aus der Art der Arbeiten, es musste nicht einmal diskutiert werden. Eingerahmt von Armin Bardels zwischen Allegorie und Faktum liegenden und Hannes Lengauers malerischen, bewegungsreichen Farbfotografien, verlief eine kontrastreiche Linie mit erdigen und recht intimen Ölportraits von Mara Matuschka, die bereits vorhandene Wandzeichnungen in die Performance integrierte und so den Bildträger erweiterte, über meine Wort-Linien-Arbeiten, die ebenfalls in der Tradition von Wandspuren und -zeich(nung)en weiter arbeiten, zu Romana Brandstätters farbstarken Selbstportraits.

Gegenüber hatte Hanna Hollmann eine kunstvoll trashige Wohninstallation eingerichtet, die auch gern bewohnt wurde, zumal aus dem Sofa kaum aufzustehen war. Die leichte Melancholie, die sich durch die Ausstellung zog, und die sich vortrefflich mit dem Raum vertrug, lag auch über Rainer Tahedls mittelgroßen Ölbildern, war da mitunter gar nicht mehr so leicht, sondern schon beachtlich traurig. Für mich handelten die Bilder von Abwesenheiten. Ockerfarben, ein leeres, skulptural anmutendes Gitterbett in braunem Umfeld. Ein Mädchen oder eine junge Frau, die wie im Nebel oder Verbleichen steht. Vielleicht taucht sie auch auf. Eine Ahnung.
Und dann war da noch die Musik. Ich konnte leider nicht alle Bands sehen (den Freitag hab ich verpasst), aber es waren schon Perlen dabei. Meine Favoriten: Willi Landl & Band und Christian & Michael. Das erste und das letzte Konzerte, wie ich gerade feststelle. Die Athmosphäre war immer gut. Das war SOUL. YEAH!

Fotos gibt’s in Bälde auf einer eigenen Seite (siehe rechts).