AM GROSSLAND

Wir haben gelacht, als Pär das machte / Es war im Durchschnitt eigentlich sehr komisch / Die Verletzungen, die er davontrug, waren marginal, die Kratzer verbleichen ja / Das Karotin in der sonnengegerbten Haut, ledern vollzieht sich das Schicksal / Nacheinander kam es uns allen plötzlich grausam vor / In Wirklichkeit sagte keiner was / Am Morgen danach waren die Spuren schon beseitigt / Die Folgen, freilich, noch nicht vergessen / Aber, was soll´s / Er wird´s überleben / Im Übrigen waren die Cornflakes noch spürbar im Teppich / Wir gähnten /

Die Morgensonne wartete / Auf der Veranda hatte jemand das Licht brennen lassen / Jan verbrachte den Sommer in Finnland / Das Haus seiner Großeltern war ja nicht weit /

Atemluft, es zirpte noch vom Vorabend / Unterm Geländer grünten die Nesseln, aber es zog auch / Die Zimmer im ersten Stock waren voll belegt / Alles Gäste, vereinzelt ein paar vermeintliche / Sie waren im Unterholz versprengt, wo sie keiner suchte / Die Laune stieg langsam über den Horizont / Es hört sich aber alles auf / Niemals wird die Sache zum Schweigen gebracht / Kein Gras der Welt kann das wieder heilen / Sonnenfelder glühten im Mohnschein / Liebespaare spazierten beschönigend darüber / Die ersten rührten sich / Es raschelte oben / Lorenz Böhler verstopfte das Badezimmer

Pär lag immer noch so herum wie wir ihn verlassen hatten / Mich ekelte ein bißchen / Es war alles so warmtönend und plüschen / Das Langhaarsofa, der Teppich ebenso / Es erinnerte ein wenig an einen ganz bestimmten Doris Day-Film, mir war der Name entfallen / Orange, Braun Rosa / Und Pär mittendrin / Gestern war er noch so gut gelaufen /

Einer kam runter, sprach nicht viel mit mir, setzte sich an den Tisch auf der Veranda, aß laut Cornflakes, das war schon alles / Ich sah zum Fenster hinaus, dort gab es Grün / Ich kannte einmal jemanden, dessen Lieblingsfarbe war Grün            (kschwendtossept97)